Melbourne und Victoria

06.03.2015

Eigenwilliges Melbourne: Die Stadt der Kuriositäten

Dass Melbourne ein wenig anders ist als andere Metropolen, wurde der Stadt bereits in die Wiege gelegt: Gründer John Batman taufte die junge Siedlung ursprünglich Batmania. Dass heute keine Fledermaus sondern ein Känguru über Melbournes Wappen thront, verdankt sie der späteren Umbenennung nach dem englischen Lord Melbourne. Heute hat sich die Stadt einen Namen für ihre unkonventionelle Art und zahlreiche Kuriositäten gemacht, die es bei ungewöhnlichen Stadtbesichtigungen zu erkunden gilt.

Neuester Trend: Escape Rooms

Der neueste Schrei heißt Escape Rooms – reale Puzzles, bei denen zwei oder mehr Spieler in einem Raum eingeschlossen werden. Diesen können sie erst wieder verlassen, wenn sie gemeinsam Aufgaben gemeistert haben.Escape Rooms schießen in Melbourne gerade wie Pilze aus dem Boden und stehen Vorbild für ähnliche Projekte in europäischen Metropolen. Die Räume sind thematisch dekoriert – von Gerichtsmedizin bis Safari-Dschungel. Auch die Aufgaben sind unterschiedlich: Hier sind Rätsel zu lösen oder versteckte Gegenstände zu finden, dort warten Geschicklichkeitsaufgaben, bei denen Teamwork gefragt ist. Kommt die Gruppe nicht weiter, gibt es Tipps, damit alle es innerhalb einer festen Zeit wieder nach draußen schaffen. Zum Beispiel www.escaperoom.com.au

E-Mails für Melbournes Bäume

Die Melburnians lieben ihre Bäume – so sehr, dass sie ihnen nun sogar E-Mails schreiben. Auf der Website http://melbourneurbanforestvisual.com.au/  sind auf einer virtuellen Karte alle der circa 70.000 städtischen Hochgewächse eingezeichnet und mit einer eigenen Nummer versehen. Die Website liefert nicht nur genaue Infos zu Baumart und Alter, sondern auch die Möglichkeit dem Lieblingsbaum per E-Mail eine Botschaft zu übermitteln. Ob feuriger Liebesbrief oder Entschuldigung für das Haustier, das sich regelmäßig dort entledigt – die Mitarbeiter der Stadtverwaltung staunen nicht schlecht, was die Melbourner Bürger ihren Bäumen alles zu sagen haben.

Ungewöhnliche Touren, Zauberei und DDR-Revival

Ob auf Gespensterjagd im Gefängnis, Suche nach essbaren Blumen in Parks oder auf den Spuren des Feng Shui in Chinatown: Kaum eine andere Stadt bietet so viele ungewöhnliche Führungen. Dies liegt daran, dass sich Melbournes beliebteste Attraktionen erst auf den zweiten oder dritten Blick eröffnen. Es sind die eigenwilligen Bars und Restaurants, skurrilen Galerien und Shops, die sich oft in Hinterhöfen, oberen Stockwerken und Kellergewölben verstecken. Einen Besuch wert sind zum Beispiel das Kuriositäten-Kabinett „Wunderkammer“, das Makaberes von alten Zahnarztstühlen bis ausgestopften Tieren verkauft oder „Bernards Magic Shop“, in dem man neben Zauberbedarf aller Art auch gleich individualisierte Zaubersprüche für jede Gelegenheit findet. Im „Captains of Industry“ schlägt der Herr von Welt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Während der Friseur rasiert, nimmt der Schneider die Maße für den perfekten Anzug. Tierisch geht es in Australiens erstem „Cat Café“ zu: Hier sind Mietzi und Mohrle geduldige Zuhörer beim Kaffeeklatsch. Lohnenswert für Nachtschwärmer ist ein Besuch des „Croft Institute“. Die Bar und Discothek gleicht einem unheimlichen Krankenhaus. Die Cocktails werden in Reagenzgläsern und Spritzen serviert, im Toilettenbereich stehen Krankenbetten für die Wartenden bereit, während im Gymnastiksaal die DJs einheizen. Die kultige „Berlin Bar“ versetzt ihre Besucher in die DDR-Zeiten zurück. Nach der Gesichtskontrolle am Eingang platziert der Türsteher seine Gäste ganz nach Look und Laune im grauen Ost- oder plüschigen West-Bereich. Die Cocktails tragen gewöhnungsbedürftige Namen wie Angela Merkel oder Luftwaffen-Sour. Mädchenhafter ist das „Madame Brussels“: Die Rooftop Bar im Jugendstil erinnert an ein Sommer-Picknick im Park. Namensgeberin Madame Brussels war eine wohlhabende deutsche Einwanderin, die sich im 19. Jahrhundert rührig um die Dirnen der Stadt kümmerte.

 

Gespenstige Vergangenheit

Auf der Suche nach den Geistern der Vergangenheit lohnt ein Besuch der Flinders Street Station, dem zentralem Verkehrsknotenpunkt von Melbourne. Hier soll am Gleis Zehn Fischer George in Form eines Geistes noch immer seine Angelrute auswerfen. Gruselig ist es auch im Old Melbourne Gaol – das ehemalige Gefängnis der Stadt und letzter Wohnsitz von Australiens berühmtesten Verbrecher Ned Kelly. Diese Stätte kann heute besichtigt werden, bei nächtlichen Touren schließen Wärter ihre Gäste in die Zellen ein. Auch John Batman, Urvater von Melbourne, hat sich scheinbar nie damit abgefunden, dass die Stadt nicht seinen Namen trägt: Der Batman Hill, ehemaliger Wohnsitz des Stadtgründers, wurde angeblich bis zu seiner Einebnung regelmäßig vom Geist Batmans heimgesucht.

Pinke Seen, eierlegende Säugetiere und verlassene Goldgräberorte

Skurriles lässt sich auch außerhalb von Melbourne entdecken. In der ehemaligen Goldgräberstadt Walhalla stoßen Besucher auf einen gruseligen Friedhof und ein Cricket Field, das man nur nach einem 45 Minuten Marsch auf den Berg erreicht. Es passte einfach nicht in das schmale Tal hinein. Heute ist Walhalla wieder Heimat von 15 Seelen, einst waren es 5000. 1998 wurde er als letzte Ortschaft Australiens ans staatliche Stromnetz angeschlossen. Etwas „fishy“ ist auch das nahe Fish Creek. Sitzbänke in Fischoptik, ein riesiges Fischsymbol auf dem Kirchendach, der seltsame Fish-Tales Second Hand Buchladen, eine riesige Muschel auf dem Fishy Pub – man muss Flossentiere schon sehr mögen, um sich hier wohl zu fühlen.

Eine der wichtigsten und prägendsten Sehenswürdigkeiten Australiens ist die Great Ocean Road, die sich auf knapp 250 Kilometern entlang der Südküste von Torquay bis nach Warrnambool schlängelt. Erbaut von den heimkehrenden Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg ist die Great Ocean Road gleichzeitig das größte, eingetragene Kriegsdenkmal der Welt. Der Küste entlang liegen mehr als 80 Schiffwracks, die hier innerhalb von nur 40 Jahren in Seenot gerieten. Legendäre Mythen ranken sich um die portugiesische Karavelle Mahagony: Sie soll bereits im 15. Jahrhundert bei Loch Ard auf Grund gelaufen sein – zwei Jahrhunderte bevor James Cook im Jahre 1770 den Kontinent für die britische Krone beanspruchte. Doch selbst ein Finderlohn von 250.000 australischen Dollar, der auf die Mahagony ausgesetzt wurde, konnte das Geheimnis bislang nicht lüften.

Im Murray Sunset National Park nahe der Stadt Mildura erwarten Naturliebhaber ein besonderes Schauspiel. Vier der Seen färben sich im Frühling durch Karotin-absondernde Algen leuchtend pink. Nicht weit von hier ist man im Örtchen Wentworth stolz auf sein “Possum“. Die auf Bäumen lebenden Ringbeutler standen Pate für den es ihnen gleich tuenden Eremiten aus der Zeit der großen Depression. 50 Jahre lang bis zu seinem Tod mit 81 vermied „Possum“ den Kontakt mit anderen Menschen. Eine lebensgroße Statue erzählt gegen Zahlung von 20 Cent seine Geschichte.

Viele australische Tiere werden aufgrund der heißen Tage in Down Under erst nachts aktiv. Einige Tierparks haben sich dem angepasst und öffnen nachts ihre Pforten. Die Moonlit Sanctuary auf der Mornington Peninsula zeigt dies bereits mit ihrem Namen. Im Zoo von Mansfield im High Country von Victoria dürfen Besucher seit neustem nachts sogar ihre Zelte aufschlagen. Apropos Tiere: Rund um Melbourne stehen die Chancen besonders gut, neben Koalas, Kängurus und Wombats auch Echidnas oder Platypusse zu sichten, auf deutsch Schnabeligel und - tier genannt. Die beiden bilden zusammen die eigene Tierfamilie der eierlegenden Säugetiere.

 

Melbourne, mit vier Millionen Einwohnern Australiens zweitgrößte Stadt, gilt als Trendschmiede des fünften Kontinents. Spiegelnde Wolkenkratzer und viktorianische Herrenhäuser, weitläufige Parks und verschachtelte Laneways bilden eine imposante Kulisse für Veranstaltungen von Weltformat wie Australian Open, Formel 1 und das Food and Wine Festival. Auch Designer und Künstler lieben die unkonventionelle Metropole am Yarra River, die Kultur- und Restaurantszene pulsiert. Einer Studie des britischen Magazin Economist zufolge macht diese Kombinationen Melbourne zur lebenswertesten Stadt der Welt. Nur wenige Kilometer außerhalb von Melbourne zeigt sich im Bundestaat Victoria Australiens landschaftliche Vielfalt auf kleinstem Raum: lange Sandstrände neben Steilküsten, dichter Regenwald vor fruchtbaren Weinregionen und schneebedeckte Gipfel im alpinem Hochland. Im Norden bildet der Murray River das Tor zum Outback, während an der Great Ocean Road im Süden die Zwölf Apostel-Felsen aus dem Ozean ragen. Überall warten Begegnungen mit Koala, Känguru und Co., die sich in den 36 Nationalparks besonders wohlfühlen. Die deutschsprachige Website zu Melbourne & Victoria www.visitmelbourne.com/de bietet weitere Informationen. Broschüren können unter www.australien-info.de/vic bestellt werden.

Frankfurt am Main / Melbourne im März 2015

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